Lebkuchenhaus versus Lebkuchen – Ein Erfahrungsbericht

Einmal ein Lebkuchenhaus zu backen ist schon lange in meinem Hinterkopf. Etwas, was ich bei anderen immer bewunderte aber nie selber an die Hand nahm. Nicht zu farbig dekoriert sondern einfach schlicht in weiss gehalten. Auf Pinterest sehen die Häuschen auf jeden Fall einfach aus und sind gemäss den verschiedenen Autoren super schnell gemacht. Doch ich sah den Epic Fail bereits vor dem geistigen Augen: Zusammengebrochenes Dach, heruntergerutschte Dekoration, um nur zwei zu nennen. Seit drei Adventszeiten besitze ich aber eine Box mit Hexenhaus-Vorlagen zum Ausstechen. Also kann es ja nicht so schwer sein mit den richtigen Dimensionen. Ein veganes Rezept habe ich gefunden und so stellte ich mich dieses Wochenende der Herausforderung. Denn Zeit um Weihnachtsgüetzi zu backen finde ich dieses Jahr überhaupt nicht.

Freitag

Fangen wir doch grad mal mit den Zutaten für den Lebkuchenhaus Teig an.

Es braucht dazu

  • 500g Mehl (Ich nehme das Dinkelmehl von Alnatura)
  • 500g Rohrzucker (von Migros)
  • 5 gehäufte Esslöffel Kakaopulver
  • 1 Pack Weinstein Backpulver
  • 10g Lebkuchengewürz-Mischung (gibt’s zB im Manor in 20g Säckchen)
  • 5 dl Sojamilch (auch von Migros)
  • 5 EL Öl oder wer lieber mag 5EL vegane Margarine

Für den Guss: Puderzucker, Zitronensaft und/oder Wasser

Alle Zutaten in einer Rührschüssel vermischen.

Ursprünglich habe ich gesehen, dass der Teig wie ein Güetziteig sein sollte, damit die Hausteile vor dem Backen mit der Form ausgestochen werden können. Dieser Teig hier gleicht aber mehr einem Cake-Teig. So schmierte ich die Masse gleichmässig über das rechteckige Blech – vorher mit Backpapier ausgelegt. Und backte. Bei 180° (Umluft) für ca 20-25 Minuten in der Ofenmitte. Schon von blossem Auge war mir klar, dass dieses eine Blech nicht für die ganzen vorhandenen Hausteile reichen kann, auch wenn ich sie so hinlege, dass kein Zwischenraum entsteht. Also: 2. Portion. Nur hatte ich zuwenig Rohrzucker und streckte den zweiten Teig mit rohem Rohrzucker von Alnatura. Es stellte sich heraus, dass sich dieser für den herben Geschmack eines Lebkuchenhauses noch fast besser eignete. Die beiden Lebkuchenteile kühlte ich über Nacht aus, zugedeckt mit Frischhaltepapier.

Samstag

Gleich nach dem Aufstehen hab ich die Hausteile ausgestochen und festgestellt, dass der Teig ziemlich hoch geraten ist. So schnitt ich mit dem Messer an den Formen entlang die gewünschte Grösse der Hauswände, Dachteile und Kamin zu. Diese liess ich alle nochmals zwischen Frischhaltepapier „trocknen“. Sie waren noch viel zu weich zum Weiterverarbeiten. Die Resten legte ich in eine Plastikschale und probierte erstmals vom Lebkuchenhaus Gebäck. Lecker! Das Rezept stimmt!

Fundament
Die Hauswände des Lebkuchenhauses sind zusammengeklebt.

Am späteren Nachmittag klebte ich das Fundament, das heisst die beiden Front- und Seitenwände des Hauses mit viel dickflüssigem Zuckerguss zusammen. Die beiden Dachteile ebenfalls, aber durfte sie gemäss Anleitung erst auf die Hausteile setzen, wenn deren Guss vollständig getrocknet ist. So weit, so gut.

Sonntag

Aufgestanden, Kaffee getrunken und mit voller Zuversicht setzte ich das Dach mit wiederum viiiiil Guss und Zahnstocher auf die 4 Hausteile. Es hält 🙂 yay! Noch ein paar Hausritze mit Zuckerguss verschliessen und die Umrandung vornehmen. Die richtige Zuckergusskonsistenz zu finden ist ja fast eine Studie für sich alleine. Es tropft und trieft alles, was zuerst perfekt ausgesehen hat. Das Dach bestrich ich am Schluss mit dünnem Zuckerguss und streute Kokosraspel darüber für den Schnee Effekt. Nach dem Spaziergang waren die restliche Deko und Fotos geplant.

Sonntag Mittag

Das Haus ist auf einer Seite zusammengefallen – unter der Last des Daches. Nein! Also hab ich mir für die Fotos die Mühe erspart noch lange Tannenbäumchen, Sterne oder was auch immer mit weissem Zuckerguss zu verzieren.

Wegen dem Dach ist Lebkuchenhaus beim Seitenfenster eingeknickt.

Fazit zum Lebkuchenhaus

Hätte ich in dieser Zeit Weihnachtsgüetzi backen können statt ein aufwändiges Lebkuchenhaus? Nein. Denn die aufgewendete Zeit war alles in allem nicht wirklich lange. Das Bild im Kochbuch, welches ich zu diesem Rezept habe, passt irgendwie gar nicht zum Teig und sieht anders aus. Und auch vom Pinterest Foto bis hin zu meiner Kreation sind Welten dazwischen (wie immer Pinterest vs. Saby). Man könnte es auch glatt in die Kategorie Epic-Fail schubladisieren. Doch die Freude am Ausprobieren, darüber lachen und nun den Kuchen – denn geschmacklich ist er ja super – nun laufend abzubrechen, überwiegen.

Für diejenigen, die diesen Teig nachbacken möchten: Nächstes Jahr würde ich rechteckige Lebkuchen formen, diese mit dunkler Schokoladenglasur (und allenfalls noch Erdbeerkonfitüre dazwischen) überziehen und mit weissem Zuckerguss nach Bedarf dekorieren.

Für weitere vegane Lebkuchenhausrezepte und funktionierende Baupläne bin ich offen und könnte mich erweichen, nächstes Jahr nochmals Backarchitekt zu spielen. Falls ihr einen „Geheimtip“ habt lasst es mich unten in den Coments wissen. 🙂

Was die Weihnachtsgüetzi betrifft

Um doch etwas Selbstgebackenes zum Käfele aufzustellen, half mir VEGAN FOR LOVE aus der Patsche. Sabine und Salvatore backen seit Mitte November und noch bis Ende Dezember vegane Weinachtsgüetzi in 4 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Das Tolle daran ist, dass die Einnahmen vom Verkauf an den Lebenshof Tante Martha und an zwei Tierheime im Piemont/I gespendet werden. Anfang nächstes Jahr werdet ihr noch mehr von Sabina und Salvatore bei uns lesen. Check it out: vegan-for-love.ch.

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Saby

Autor: Saby

Weiss Geschmack zu schätzen und sucht immer neue Wege!

2 Gedanken zu „Lebkuchenhaus versus Lebkuchen – Ein Erfahrungsbericht“

  1. Liebes Bienchen, der Kuchen leb(t) und sieht grossartig aus! Und knickt doch unter der Last ein, mag noch so viel Liebe in der Produktion stecken. Oder liegt zuviel Schnee auf dem Dach?:-)Je nu, können ja nicht überall Hirsche sein, auch wenn es sich einer neben dem Haus bequem machte.
    Jedenfalls toll geschrieben, ansprechend veröffentlicht. Kompliment!
    Vielleicht noch ein Hinweis, da der Handwerker den Mörtel nochmals neu anrühren musste: Sind dies die vom Buch übernommenen Mengenangaben oder schon deine Verdoppelung? Vielleicht hab ich einfach Tomatoes auf den Augen?
    Herzlichst

    1. Liebste Anna! Herzlichen Dank für deine lobenden Worte <3 (Lebkuchenherz)! Ich war auch der Meinung es war der Kokosschnee doch vielleicht ist auch der Nikolaus im Kamin stecken geblieben. Wie auch immer, die Mengenangaben sind für 1 Verarbeitung des Teiges. Ich habe also 2x500g Mehl et all für das ganze Haus benutzt. Wer nur 4-8 Lebkuchen backen möchte, reicht 1x500g etc.... xoxo

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