Die fünf Phasen zum veganen Leben

Regenbogen als V: Sinnbild für die fünf Phasen zum veganen Leben

Auch wenn es von aussen den Anschein macht, dass jemand von heute auf morgen zum Veganer wird ist dieser Moment doch eingebettet in einen meist sehr langen Prozess. Wir haben zurückgeblickt, und diese Zeit aus eigener Erfahrung in fünf Phasen unterteilt. Das passt, denn in römischen Zahlen ist ein V ja auch eine 5! Und hier sind sie:

 

Phase 1

Unbemerkt sympathisch

Phase 1 beginnt oft, ohne dass man es merkt. Während du noch wild drauf los Fleisch und/oder Käse isst und dich selbst sogar womöglich als Carnivor bezeichnest, wirst du irgendwie hellhörig auf das Thema “vegetarisch” oder “vegan”. Meistens ist diese Veränderung verbunden mit jemandem im Bekanntenkreis der es “vorlebt” oder Artikel die dich ansprechen. Etwas hat sich verändert und du weisst nicht was es ist.

 

Tipping Point

Nachträglich ist es schwer auszumachen, wann diese Phase wirklich begonnen hat. Du hörst einfach plötzlich zu wenn es um das Thema geht. Es interessiert dich. Ehrlich, aufrichtig. Und irgendwann erwägst du, ob dieser Lifestyle auch für dich sein könnte. Die Phase endet mit dem Tropfen, der die Schale zum Überlaufen bringt, oder auf englisch dem “Tipping Point”; dem Punkt der das Schwergewicht von einer zur anderen Seite verlagert. Du siehst dich nun selbst als Veganer.

 

Phase 2

Erste Schritte als Veganer

Nun bist du also ein Veganer. Was nun? Was heisst das im Alltag? Wo sollst du anfangen? Willst du auf eine pflanzenbasierte Ernährung umstellen? Oder gleich der ganze vegane Lifestyle annehmen, wo auch auf Kleider und Putzmittel geachtet wird? Entscheide über Entscheide. Wie weit du gehst hängt oft auch mit deiner Motivation zusammen. Wer sich einfach gesund ernähren möchte, wird sich für ersteres entscheiden. Wem Umwelt und Tiere am Herzen liegen wird wahrscheinlich früher oder später den ganzen Lifestyle ändern. Und das ist einfacher, als du vielleicht am Anfang denkst.

 

Aufbrauchen oder wegwerfen?

Es gibt zwei Ansätze in diesem Moment; die einen ziehen es vor gleich alles wegzuwerfen was mit Tieren zu tun hat und sowohl Vorratsschrank wie auch Garderobe von Grund auf zu erneuern. Die andere Gruppe wird tierische Produkte aufbrauchen und dann einfach nicht mehr ersetzen. Beide Ansätze sind ok – es muss für dich stimmen!

 

Wie reagiert das Umfeld?

Hast du dich einmal Freunden und Arbeitskollegen gegenüber “ge-outed” sei bereit für die Diskussionen. Ich weiss nicht warum, aber nicht-Veganer scheinen ein unheimliches Bedürfnis zu haben über das Thema zu sprechen. Ach ja, und du lernst, dass ausnahmslos alle deine Gesprächspartner nur zweimal pro Woche Fleisch essen 😉 Ergibt sich so ein Gespräch, achte darauf, dass ein ehrlicher und aufrichtiger Austausch stattfindet. Viel zu oft stellen Gesprächspartner ihre eigenen Fragen nur um eine Gelegenheit zu schaffen, die eigene Sichtweise zu verkünden. Das sind dann leider meistens fruchtlose Gespräche die auf beiden Seiten nur Frustration schaffen, weil nur gesprochen und nicht ausgetauscht wird. Bei mir ist das dann meist der Moment wo ich auf Google verweise und ganz sicher das Thema wechsle.

In dieser Zeit merkst du, dass du vielleicht noch nicht alle Antworten für dich selbst gefunden hast und fängst an Bücher und zahlreiche Artikel zu lesen, oder Filme auf youtube anzuschauen. Was dich in Phase 3 bringt…

 

Phase 3

Zurechtkommen mit den “Warums”

Sich zu informieren ist schon richtig. Meistens findet man ja genau in diesen Informationen und dem Bildmaterial die Motivation, sich zu ändern und dann auch durchzuhalten. Sei dir aber bewusst, dass du nun in kurzer Zeit sehr viel lernst über die Welt, wie sie funktioniert. Zum Thema Gesundheit kann das sehr inspirierend und motivierend sein. Ist dein Antrieb hingegen die Umwelt und/oder Tierliebe, kann die Menge und Intensität der Informationen eine grosse Wirkung auf dich haben.

Die einen sehen das zwar sehr sachlich und handeln dann einfach entsprechend, andere fühlen sich aber einfach überwältigt, hilflos, und wie David der Goliath bezwingen will. Wenn du zu der zweiten Gruppe gehörst sind die Chancen zudem sehr gross, dass du wahrscheinlich niemanden findest um darüber zu sprechen um die Informationen im Gespräch zu verarbeiten, da die Personen in deinem Umfeld nicht am gleichen Punkt im Leben angelangt sind wie du. Deine Worte lösen vielleicht etwas in ihnen aus wofür sie heute vielleicht einfach nicht bereit sind. Und das ist ok; wir sind ja schliesslich nicht da um zu urteilen.

 

Unter Gleichgesinnten

Es ist dann vielleicht besser stattdessen den Austausch in veganen online-Gruppen zu suchen. Wenn du bemerkst es wird dir alles etwas zu viel, drossle die Informationsflut um dich zu schützen. Einfach für den Moment. Und lächle. Und sei stolz auf dich; du selbst bist jetzt nicht mehr Teil des Problems. Damit hast du bereits Grosses erreicht.

 

Phase 4

Praktische Informationen sammeln

Wenn die erste Welle der emotionale Auseinandersetzung durch ist und die Wogen sich etwas geglättet haben, bist du bereit langfristige Lösungen zu finden. Phase 3 und 4 wechseln sich auch gerne etwas ab, also lass dich nicht irritieren. Es ist ein schwieriges Thema, und ab und zu trifft dich halt wieder so eine Welle. Das ist auch ok so. Erinnere dich einfach mit einem Lächeln wieder daran, dass du nun Teil der Lösung bist und schaue vorwärts.

Nun ist die Zeit wo du die wirklich guten Alternativen zum Fondue Chinoise an Weihnachten findest und lernst auf das V-Label zu achten und immer und immer wieder die Zutatenlisten zu studieren. Du entdeckst, dass du das Vitamin B12 auch ganz einfach über die Zahnpasta aufnehmen kannst.

 

Die guten alten Gewohnheiten

Die Schwierigkeit in dieser Phase ist die Gewohnheiten zu ändern. Es geht nun darum die gleiche Anzahl Alltagsrezepte zu finden, mit denen du deine bisherigen Lieblinge ersetzen kannst. Oder die zwei bis drei Restaurants aufzuspüren, die eine Auswahl an pflanzlicher Kost anbieten. Und es gibt sie, keine Sorge.

Wir empfehlen dir, gleich zu Beginn viele Rezepte mit Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn auszuprobieren. So vermeidest du zum Pasta-Veganer zu werden, der einfach nur tierische Produkte weglässt, ohne sich anständig mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente zu versorgen. Denn nicht alles was vegan ist, ist auch gesund. Lerne das Gemüse schonend zuzubereiten (dämpfen) und sei grosszügig mit Gewürzen und Kräuter. Geniesse die neuen Geschmäcker, die sich dir hier offenbaren.

 

Vegansis zur Hilfe!

Wir hoffen sehr, dass du auf unserer Seite ein paar Informationen zum Praktischen Leben als Veganer findest. Die Einkaufsliste Schweiz ist sicher ein guter Anfang. Und mit der Zeit wirst du deine Produkte kennen, und schon bald wirst du dich in Phase 5 finden 🙂

 

Phase 5

Alles fliesst!

Sind einmal die Gewohnheiten geändert, fühlt sich das Leben wieder so einfach wie vorher an, mit dem befriedigenden Gefühl so zu leben wie es für dich eben stimmt. Du hast die Umstellung auf das vegane Leben geschafft!

Du bist angekommen 🙂

 

Und natürlich freuen wir uns, wenn du trotzdem noch ab und zu bei uns vorbeischaust!

Esti

Autor: Esti

Entwicklerin durch und durch - egal ob Software oder Rezepte!

2 Gedanken zu „Die fünf Phasen zum veganen Leben“

  1. Toller Artikel. Ich hab mich darin echt oft wieder erkannt und musste immer wieder schmunzeln (meine Bekannten essen plötzlich auch alle wenig Fleisch und wenn dann Bio ?).

    Bin inzwischen mit meinem Mann in Phase 5 angelangt. Wenn ich Leute sehe, die tierische Produkte konsumieren, bin ich ehrlich erstaunt und frage mich: wieso machen die das?
    Ich bin überzeugt das Richtige zu tun und es ist einfacher als anfangs gedacht.

    1. Danke Miriam für deine lieben Zeilen! Oh gäu in Phase 5 ist alles einfacher.. Und die Daumen sind gedrückt, dass dein letzter Satz noch ganz viele Bald- und Neuveganer gleichzeitig beruhigen, und motivieren wird! 🙂

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