Interview mit The Green Fairy

Eigentlich treten Feen in unserer Zeit nur noch in Kindererzählungen auf. Für Peter Pan ist es Tinkerbell oder für Disney-Cinderella die Fee, die sie für den Prinzen in die richtige Garderobe und in das richtige Gefährt wirft. Für vegan lebende Personen kam hingegen Sonja Dänzer aka The Green Fairy aufs Parkett. Eine Fee? Ja. Eine Fee, die vegane Träume wahr werden lässt und uns durchs ganze Jahr mit leckersten Glacé Kreationen verwöhnt. Eine Fee, die aus dem Nichts auftauchte und den vereisten Feenstaub nach und nach übers ganze Feenreich verteilt.

Vegansis: Feen sind gemäss Wikipedia mit höheren Kräften begabte Fabelwesen. Weiter steht, dass Feen als heiter, schön und niemals alternd beschrieben werden. Und nicht zuletzt als glücksbringend. Was trifft auf Dich zu?

Sonja Dänzer: Ich würde sagen, feenmässig an mir sind vor allem meine Verspieltheit, ein Feuerwerk an ungewöhnlichen Ideen zur Lösung von Problemen, und meine Leidenschaft dafür, eine Kraft für das Gute in der Welt zu sein, Menschen glücklich und die Welt ein wenig besser zu machen.

Deine Story tönt – von aussen gesehen – nach einem Märchen. Von der eigenen Küche in das Gefrierfach eines Grossverteilers. Das in relativ kurzer Zeit und erst noch mit einer handfesten Philosophie dahinter. Mit Herzblut zum richtigen Moment am richtigen Ort oder harte Arbeit, Verzicht sowie jonglieren von Arbeit, Familie und Glacéprojekt?

Viele Dinge: Der richtige Zeitpunkt war wichtig, denn als ich 2012 anfing vegane Bio-Glaces zu produzieren war die Nachfrage schon da, aber es gab in der Schweiz noch kein Angebot – ich war die erste, und das war ein grosser Vorteil. Der ist inzwischen weg und das bringt grosse neue Herausforderungen mit sich. Andererseits steckt hinter The Green Fairy viel harte Arbeit, Durchhaltevermögen und Zeit-Gejongliere. Und ganz wichtig: grossartige idealistische Menschen, die mich mit viel Einsatz unterstützten: eine Zufallsbekanntschaft übernahm gratis meine Buchhaltung, meine Mutter hütete meinen kleinen Sohn, freiwillige Helfer machten einen Popup-Store möglich, Praktikanten verteilten Glace an Degustationen, meine Mitarbeiter akzeptieren flexible Lohnzahlungen je nachdem wie liquid wir sind, etc.

Glacé Auswahl von The Green Fairy

For the record: The Green Fairy ist entgegen einer verbreiteten Vorstellung auch heute keine super-lukrative Firma, sondern nach wie vor ein sehr kleines, extrem idealisitisches Social Business, mit dem ich gerade so über die Runden komme. Damit wir es weiterführen können sind wir stark auf Menschen angewiesen, die unser Glace wegen seiner Qualität und unserer Philosophie schätzen, obwohl sie inzwischen auch billiges veganes Glace beim Grossverteiler kaufen können: Wir machen im Gegensatz dazu nämlich viel mehr als nur veganes Glace: Unser Glace ist bio, fairtrade, die Verpackungen sind FSC-zertifiziert, die Produktion klimaneutral und wir unterstützen mit jedem verkauften Glace soziale Projekte.

Wir sind vom Green Fairy Feenstaub bezaubert. Nicht nur vom Eis sondern dem gesamten Auftritt rund um die Produkte. Denn das Auge ist ja bekanntlich mit. Wie bist Du auf die Idee des Retro Packaging gekommen? Das traf ja voll der Zahn der Zeit ohne hinterher zu hinken?

Das Packaging-Design ist retro weil ich den Bezug auf die gute alte Zeit in Kombination mit der sehr innovativen Natur des Produkts spannend finde. Es kombiniert verschiedene Aspekte: Es ist unübersehbar und unverkennbar, sieht einfach schön aus statt nach veganem und Bio-Produkt, und es macht Spass. Das es so retro-mässig aussieht liegt unter anderem am herrlichen Portrait meiner Freundin Daniela Fricke, das ursrünglich als Pressefoto gedacht war, dann aber so gut ankam dass wir es auf die Verpackung draufgenommen haben. Eine Folge dieses Packaging-Designs ist aber, dass es Frauen viel mehr anspricht als Männer – das hatte ich damals nicht bedacht…

Die Person hinter dem Glacé Bächerli Konterfei habe ich das erste Mal auf SRF im Club im September 2014 gesehen. Ich war zu dieser Zeit selber schwanger und Deine Einstellung zur Ernährung Deines Sohnes aber auch Du als Person haben mich sofort inspiriert. Was inspiriert Dich, um am süssen „Märchen“ weiterzuschreiben?

Es gibt unzählige überzeugende Argumente für eine pflanzenbasierte Ernährung, aber die überwiegende Mehrzahl der Menschen erreicht man damit nicht, denn sie assoziieren vegane Ernährung mit Verzicht – und verzichten will niemand. Ich möchte dazu beitragen diese Situation zu ändern, indem ich leckere vegane Alternativen erhätlich mache, mit denen auch für Skeptiker erlebbar wird, wie genussvoll vegane Produkte sein können.

Ausserdem macht es mir grossen Spass neue Produkte zu entwickeln. Wir lancieren jetzt gerade die neue Sorte “Maple Walnut”, die meine neue Lieblingssorte ist! Übrigens bestimmen unsere Fans jeden Herbst auf facebook, welche neue Sorte wir ins Sortiment nehmen, also „liked“ uns und macht mit! Für nächstes Jahr steht u.a. Banana-Chocolate-Chip und Chocolate-Peanutbutter zur Auswahl…

 

Das neue Eis von The Green Fairy

Mmmh, da freuen wir uns! Auch Dein Buch „Eis mit Stil“ kommt unbedingt ins Haus und ich werde mich, meine Familie und Liebsten damit verwöhnen. Du ernährst Dich ja sicher nicht nur von Eis. Was ist eines deiner Lieblingsessen?

Ich fahre momentan voll auf Bowls ab. Sie sind gesund, lecker und wunderschön anzusehen! Hier ist eines meiner Lieblingsrezepte: “Roasted Vegggie Quinoa Bowl” auf Ilovevegan.com

Danke für das Interview, Sonja!

Essen wie The Green Fairy

Quinoa Bowl mit geröstetem Gemüse (reicht für 2-3 Personen)

Das braucht’s für die Quinoa Bowl

  • Quinoa
  • 1 mittelgrosse Broccoli
  • 2 kleine Büchsen Kichererbsen (zB von der Karma Linie)
  • 1 kleine Süsskartoffel
  • Federkohl
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Limette
  • Sojasauce
  • Olivenöl
  • Gemüsebouillon
  • Currypulver, Chilipulver, Salz, Pfeffer

So geht’s

Den Ofen auf 200°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Broccoli: Die gewaschenen Broccoliröschen mit einer Sauce von 2 Kaffeelöffel Olivenöl, 2 gehackten Knoblauchzehen, einer Prise Salz und wenig Pfeffer marinieren und im mittleren Drittel auf das Backblech legen.

Kichererbsen: Die Kichererbsen mit 1 Kaffeelöffel Olivenöl und 2 Kaffeelöffel Sojasauce vermischen und auf ein weiteres Drittel auf dem Backblech verteilen.

Süsskartoffel: Die Süsskartoffel schälen und in 5mm dicke Scheiben schneiden. Marinieren mit 1 Kaffeelöffel Olivenöl, 1 Kaffeelöffel Currypulver und einer Prise Salz. Am Schluss auf das letzte freie Drittel auf dem Backblech verteilen.

Für 10 Minuten in der Ofenmitte backen.

Quinoa in der Bouillon aufkochen und 15 Minuten auf kleiner Stufe zugedeckt weiter kochen.

Inzwischen die Broccoli Röschen und die Süsskartoffeln umdrehen. Die Kichererbsen auf dem Blech noch einmal durchmischen. Für weitere 12 Minuten rösten.

Federkohl: 1 Kaffeelöffel Olivenöl in einer grossen Bratpfanne erhitzen und den gewaschenen und klein geschnittenen Federkohl dazufügen. 5 Minuten gar kochen. Je eine Prise Salz, Pfeffer, 1/2 Kaffeelöffel Chilepulver und den Saft von 1/4 Limette darüber träufeln. Umrühren und 2-3 Minuten weiterkochen.

Dazu eine Avocado pürieren, salzen, pfeffern und ein wenig Paprikapulver dazufügen.

Quinoa in die Schalen verteilen. Darüber Süsskartoffeln, Federkohl, einige Broccoliröschen, Kichererbsen und ein wenig Avocado als Dekoration.

Quinoa Bowl
Quinoa Bowl mit geröstetem Gemüse

Das Originalrezept findet sich unter ilovevegan.com (Roastet Veggie Quinoa Bowl). Da ich in Lugano nirgends Sriracha Sauce gefunden habe, ist meine Version ohne diese Zutat.

Das Buch „Eis mit Stil“ kann via die Website von The Green Fairy bestellt werden

Eis mit Stil – Schleckereien für zu Hause

Die Bilder (ausser The Quinoa Bowl und Selfie) wurden freundlicherweise von The Green Fairy zur Verfügung gestellt.

Veggie World 2017 – Sonja und Saby am Stand von The Green Fairy

Vegansis verdient mit diesem Beitrag kein Geld.

Saby

Autor: Saby

Weiss Geschmack zu schätzen und sucht immer neue Wege!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig + fünf =