Wie macht man eine Pilzbouillon von Grund auf selbst?

Pilzbouillon

Beim Vorbereiten dieses Artikels fragte ich mich schon ob ich genügend Argumente finden kann, warum du um himmelswillen diesen Aufwand für eine simple Pilzbouillon betreiben sollst; Zutaten nach Hause schleppen, Pilze schneiden, Tränen in den Augen von der Zwiebel, einen Abend lang weder Nase noch Augen mit den Fingern anfassen wegen der Chili – wenn du doch alles in einem Würfel von einem Kubikzentimeter bequem und sogar preisgünstiger haben kannst.

Ich habe aber dann beschlossen davon auszugehen, dass du – so wie ich – deine Gründe bereits gefunden hast. Sei es die vermutlich bessere Qualität der Zutaten, das Fehlen von E-Nummern oder wegen der puren Kochfreude. Dieses Gefühl von Stolz und Genugtuung, etwas feines kreiert zu haben. So lege ich einfach mal los mit dem Rezept:

 

Grundrezept

Zutaten / Mise-en-place

  • 1 Pack getr. Steinpilze (ca. 20gr)*
  • 1 grosse Zwiebel (oder eine mittelgrosse und eine rote), ohne Schale, grob geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, ohne Schale, ganz
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 1/2 TL getr. Thymian
  • 1 grosses getrocknetes Lorbeerblatt (oder zwei kleine)
  • optional: 1 frische Chili, halbiert
  • ca. 1.2l Wasser

* du kannst natürlich auch frische Pilze benutzen, dann ist die Menge aber 200gr.

Auch bei der Bouillon gilt: je frischer die Zutaten, desto besser die Qualität des Endproduktes! Also nicht der Versuchung nachgeben, alte Zutaten aufzubrauchen.

Und das Salz?

Ja, das wird dir sicher etwas fehlen wenn du ab und zu mal davon probierst. Ich lasse es bewusst weg, da wir ja eine Grundzutat kochen und konzentriere mich dann später auf das Gericht selbst beim Salzen. Wenn es dich aber stört füg aber auf jeden Fall etwas dazu, am besten Meersalz (ohne E-Nummer; siehe Zutatenliste auf dem Etikett).

 

Zutaten Pilzbouillon

 

Zubereitung

Alles in eine Pfanne geben, mit einem Liter Wasser gut zudecken und zum Kochen bringen. Anschliessend die Hitze reduzieren (bei mir Stufe 6 von 9) und etwas mehr als eine Stunde ohne Deckel brodeln lassen, damit sich die Flüssigkeit reduziert und so eine geschmackvolle konzentrierte Brühe hervorbringt. Dieses Rezept ergibt etwa 6 dl Bouillon: je länger und heisser gekocht, desto konzentrierter das Ergebnis. Möchtest du mehr, kannst du das Rezept verdoppeln/verdreifachen. Ja, auch die Zwiebeln und der Knoblauch. Einzig bei der Chili musst du etwas vorsichtig sein – je nach Schärfe.

 

Nachbereitung

Sobald die Bouillon fertig gekocht ist, kannst du die Zutaten mit einem Sieb entfernen. Ich filtere die Flüssigkeit dann auch gerne noch durch einen Kaffeefilter, damit auch kleine Steinchen die oft in Pilzen gefunden werden sicher weg sind. Et voilà, die Bouillon kann nun sofort in deinem Rezept weiterverwendet werden, oder du kannst sie bis 5 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Die abgeschütteten Zutaten nun wegwerfen oder kompostieren; sie haben ihre Arbeit erledigt 🙂

 

Was ist der Zeitaufwand?

Da die Zutaten nur grob geschnitten werden, schaffst du die Bereitstellung der Zutaten sicher in 5-10 Minuten. Dann brauchst du noch ein paar Minuten neben dem Herd bis die Hitze auf dem richtigen Level ist, und danach kocht es sich ja eigentlich von selbst. Die Nachbereitung erfordert wohl auch noch ein paar Minuten, aber alles in allem ist es gut machbar.

 

Was kann ich nun mit dieser Pilzbouillon machen?

Die fertige Pilzbouillon kannst du nun wie die mit Würfel zubereitete Bouillon verwenden. Ist sie dir zu konzentriert kannst sie natürlich mit etwas Wasser und/oder Wein verdünnen, je nach Rezept. Eignen tut sich die Pilzbouillon zum Beispiel als klare Pilzsuppe mit Frühlingszwiebeln (und etwas Sherry), als Basis für eine vegane Pilzcrèmesuppe, oder für einen würzigen Pilzrisotto.

 

Asiatisch inspirierte Version

Mit gleicher Zubereitung wie oben kannst du auch mit diesen Zutaten „spielen“:

  • 20160421_1928591 Pack getr. Shiitake (ca. 20gr)
  • 1 grosse Zwiebel (oder eine mittelgrosse und eine rote), ohne Schale, grob geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, ohne Schale, ganz
  • 1 frische Chili, halbiert
  • ein grob geschnittenes Stück Ingwer, ca. 5cm lang und mit einem Durchmesser von 1.5cm
  • 1 EL Tamari Sauce (oder sonst eine Soja-Sauce wie von Kikkoman)
  • ca. 1.5l Wasser

Servieren kannst du die klare Suppe mit deinen Lieblingszutaten. Auf dem Bild rechst zum Beispiel mit geschnittenen Austernpilzen, Spinat, Frühlingszwiebel und Cherry-Tomaten. Und versteckt am Boden noch ein paar Löffel separat gekochtes Quinoa.

Vielleicht kannst du sogar mit der Zeit dieses Rezept weiterentwickeln, und es bald dein Eigenes nennen! Feel free to share, wir freuen uns auf jede Variation! 🙂

Esti

Autor: Esti

Entwicklerin durch und durch - egal ob Software oder Rezepte!

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