Fingerspitzengefühl – Nagellack im Test

Farben haben auf mich schon immer eine eigene Faszination ausgeübt, angefangen in meiner Kindheit mit den Caran d’Ache-Farbschachteln. Die Stifte konnte ich stundenlang nach Farbtönen sortieren. Das Gefühl, als sie schlussendlich in perfekter Reihenfolge nebeneinander lagen, habe ich bis heute nicht vergessen. Während ich die Grundfarben verschwenderisch einsetzte gab es einige Farben, die nur für besondere Zeichnungen eingesetzt wurden. Später im Berufsleben sah ich mich satt am Pantone Farbfächer, denn die perfekte Abstimmung des Farbenfächers bringt eine gewisse Ruhe. Nicht auszulassen die Farben, der Natur, die mich tagtäglich wieder innehalten lassen.

Farbpalette von exurbe cosmetics Nagellacke
Bild zur Verfügung gestellt von exurbe cosmetics.

Neulich hat mich das Betrachten eines Exurbe Pop-up Store Fotos das Gefühl der Caran d’Ache Schachtel wieder heraufbeschworen. Ich bin an der Farbangel gefangen.

 

Nagellack und ich. Eine unendliche Geschichte.

Um ehrlich zu sein. Nagellacke und ich wurden nie so richtig Freundinnen. In den 80er wählte ich – im Nachhinein gesehen – die falschen Farben wie zum Beispiel Neongelb oder Superpink. 10 Jahre später stand ein metallic blau Lack (jesses) im Badezimmerschrank und an French hatte ich generell kein Interesse. Das lag weniger am French als an meiner Geschicklichkeit. Das Auftragen war eine Sache, die Geduld zum Trocknen lassen die andere.

Still sitzen und warten bis die Nägel trocken sind ging vielleicht die ersten 5 Minuten. Hm, könnte ich doch wieder mal die Platte von Led Zeppelin hören. Ja, Vinyls drehen ging relativ gut, Kassetten wechseln nicht. Ausgerechnet während dem Trocknen kratzte es mich am Rücken oder bereits beim Auftragen hinterlässt Unachtsamkeit einen Abdruck auf dem nächsten Finger.

Mit den in-Sekunden-trocknenden Lacken war die Sache nicht etwa besser, doch konnte ich wenigstens in kurzer Zeit mehrere Schichten aufreihen und das Schlimmste kaschieren.

Das Entfernen ist ebenfalls immer eine mühselige Angelegenheit gewesen. Für mehrere Jahre hab ich deshalb das Sortiment auf Klarlack beschränkt, einerseits um Fehlgriffe in der Farbe zu vermeiden und andererseits um farbige Pigmente an den Nagelränder zu vermeiden.

 

Vegan und frei von Tierversuchen

Heute muss der Nagellack zwingend auch Vegan und tierversuchsfrei sein. Ansonsten lass ich die Finger lieber gleich davon. Vegan bedeutet, dass der Lack ohne Karmin, ohne Fischsilber und ohne Keratin, um nur einige zu nennen, auskommt. All diese Stoffe können synthetisch hergestellt werden und ergeben exakt den selben Effekt. Veganized eben.

 

Emotionen statt Farben

Solche Nagellacke auf die schnelle im Laden zu finden ist nicht überall in der Schweiz möglich. So bestellte ich drei unterschiedliche Produkte aber in der ähnlichen Preisklasse online. Alle waren innerhalb 1-2 Tagen in meinem Kasten. Hübsch verpackt oder mit einer persönlichen Widmung. I’m in the mood!

Für diesen Mini-Test habe ich mich für Rot entschieden. Ein Nagellack Klassiker, mit dem ich mich in einigen Jahren nicht wieder schämen muss. Heute tragen ja die Nagellacke nicht mehr den Namen der Farben wie Dunkelrot, Fuchsia oder Weinrot. Nein. Wir finden Emotionen im Regal. So heissen die Fläschchen in meinem Fall Kiss the Cook (Sparitual), Out of the Dark (exurbe) und Red Head Cactus (Priti NYC). Zugegeben, auch mich haben die Produktbezeichnungen gelockt. So fand ich Kiss the Cook doch ganz passend zu mir respektive Vegansis. Von Out Of The Dark gar nicht zu sprechen und Red Head Cactus verband ich mit meinem insgeheimen Wunsch naturrote Haare zu haben (wie Esti) und den Fahrtwind in den offenen Haaren zu spüren während ich durch Kaliforniens Wüste fahre. 😉

 

An wen richtet sich der Mini-Test?

Der Test geht vor allem an die Frauen, die keine Zeit haben, ins Nagelstudio zu gehen oder sich lange zu Hause um die Nagelbemalung zu kümmern. An diejenigen, die nicht für jede Handbewegung zu Hause Abwaschhandschuhe anziehen können und bei der Arbeit auch mal den Bostich ohne Schere entblockieren müssen. Der Test ist sozusagen unter Extrembedingungen durchgeführt worden: Arbeit, Haushalt, Kind, urban gardening… Aber jetzt zu meinen Eindrücken:

 

Pinsel und Auftragen

Die Pinsel sind unterschiedlicher Breite und je nach eigenem Gutdünken besser oder weniger gut geeignet. Mir persönlich sagt der breite Pinsel am meisten zu um mit wenig Pinselstrichen die Farbe streifenfrei aufzutragen. Sparitual hat anfänglich unregelmässig die Farbe verteilt, konnte ich jedoch mit Leichtigkeit korrigieren.

Sparitual Nagellack Kiss The CookPriti NYC Nagellack Red Head CactusExurbe Nagellack Out of The Dark

  • Pinseldicke Exurbe: breit
  • Pinseldicke Sparitual: fein
  • Pinseldicke Pritti NYC: mittel

 

 

Farbintensität

Die Farben haben mich alle umgehauen. Mir gefallen 5 verschiedene ähnliche Farben an einer Hand oder je nach Anlass alle gleich bemalt. So wähle ich den Pritti NYC für den täglichen Sommernagellack, da er ein frisches leuchtendes Rot bringt. Sparitual hingegen für einen speziellen Anlass wegen der Haltbarkeit und dem geheimnisvollen Rot. Exurbe ist mit Out of the Dark ein eher herbstlicher Ton doch im Sommer für die Fussnägel auch super geeignet.

 

Haltbarkeit

Zugegeben, ich habe keine Nägel die salonfähig sind noch verstehe ich Photoshop zu bedienen. Auf dem Bild ist zu sehen, dass die Extrembedingungen dem Lack nach drei Tagen nicht gross geschadet haben. Die Farben blieben mehr oder weniger glänzend. Ich denke mit Unter- und Überlack hätten die Farben sicher noch länger gehalten.

Nagellack Test: Vergleich Tag 1 mit Tag 3

  • Zeigefinger: exurbe cosmetics
  • Mittelfinger: Sparitual
  • Ringfinger: Pritti NYC
  • kleiner Finger: exurbe cosmetics

Sparitual habe ich auch an die Fussnägel aufgetragen. Ebenfalls ohne Überlack. Hier blüht mir aber das Entfernen von roten Streifen auf unserem Parquet nachdem ich mit meinem Kleinen barfuss am Boden gespielt habe.

 

Als Nagellackentferner funktionierte bei allen drei der Santé Nagellackentferner mit Bio-Orangenöl. Dank der öligen Substanz kann der Lack schonend und ohne Farbresten entfernt werden. Mal schauen ob dies auf dem Parquet auch so ist.

 

Preis

  • Priti NYC CHF 22 + CHF 7.90 Versandspesen 12.6 ml
  • Exurbe CHF 21, Versandkostenfrei, 11ml
  • Sparitual CHF 29 + CHF 9 Versandspesen, 15 ml

 

Wo bestellen?

Alle drei Onlineshops haben super schnell geliefert und haben einen tollen Kundenservice.

 

Mehr zu den drei Marken und der Philosophie der Produkte

 

Fazit

Obwohl mir alle Rot von der Farbe her gefallen haben und jeder Nagellack die Kriterien erfüllt, so ist mein Favorit ganz klar der Nagellack von exurbe cosmetics. Dies wegen der Haltbarkeit, der Farbintensität und des Auftragens. Etwas hat es natürlich auch damit zu tun, dass mir der Brand und die Aufmachung generell persönlich gefällt. Jetzt, wo ich mein Nagellack gefunden habe, kann ich auch den Unter- und Überlack (hm, oder vielleicht noch eine weitere Farbe?) bestellen. So kann der Sommer nun endlich kommen!

Welches sind eure Favoriten? Welche veganen Nagellacke oder Farben  könnt ihr uns für diese Jahreszeit empfehlen?

 

Einen farbenfrohen Sommer, Ladies!

Nagellacktest Exurbe, Sparitual und Priti NYC

Saby

Autor: Saby

Weiss Geschmack zu schätzen und sucht immer neue Wege!

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